Drger in Lbeck

Mobiles Arbeiten, Sabbatical und Rckkehr aus Teilzeit

(31.10.2016) Seit 2011 werden die Drger-Unternehmen wieder zusammengefhrt. Davor gab es verschiedene Gesellschaften der Medizin- und Sicherheitstechnik mit ganz unterschiedlichen betrieblichen Regelungen. "Die Unterschiede waren offensichtlich", sagt Andrea Grndt, Betriebsrtin bei Drger. "vor allem bei der Arbeitszeit." Mit dem Zukunftstarifvertrag II konnten nun Regelungen zum mobilen Arbeiten, Sabbatical sowie der Rckkehr aus Teilzeit durchgesetzt werden.

Alles begann 2013 mit Zukunftskonferenzen, die Betriebsrte und die IG Metall miteinander initiierten und zusammen mit dem Arbeitgeber durchfhrten. Die Kernfrage lautetet: Wie muss eine Arbeitszeit-Regelung fr die Beschftigten heute aussehen? "Wir haben Umfragen in Form von Workbooks vorbereitet, die die Beschftigten auch online beantworten knnen", sagt Andrea Grndt. So wusste die Interessenvertretung, was den Beschftigten wichtig ist, wo Regelungslcken und Handlungsfelder liegen. "Im Zukunftstarifvertrag II wurden die Grundstze zu mobilen Arbeiten, Sabbatical sowie der Rckkehr aus Teilzeit festgelegt, die Konzernbetriebsvereinbarungen haben es dann noch ausgestaltet", sagt Andrea Grndt. Seit Anfang 2016 ist der Tarifvertrag in Kraft, die Konzernbetriebsvereinbarungen zum Thema mobiles Arbeiten, Sabbatical und Rckkehr aus Teilzeit seit 1. April dieses Jahres.

Die Regelungen zum mobilen Arbeiten gelten im gesamten Unternehmen. Festgehalten ist, dass mobiles Arbeiten fr jeden ermglicht werden soll, der einen festen Arbeitsplatz bei Drger auf dem Betriebsgelnde hat und dessen Arbeit dieses erlaubt. Geregelt ist, dass fr mobiles Arbeiten eine feste Aufgabe definiert, mit dem Team und Fhrungskraft abgesprochen werden muss und mindestens den Umfang einer Stunde haben soll. Die Zeit, die die Beschftigten fr mobiles Arbeiten aufbringen, wird als Arbeitszeit gutgeschrieben. Wird mobiles Arbeiten abgelehnt, kann der Beschftigte eine sachgerechte und nachvollziehbare Begrndung einfordern und diese im Konfliktfall in der parittisch besetzten Arbeitszeit-Kommission prfen lassen. Dieser Prozess wird bei Drger Eskalationsprozess genannt. Ziel dieses Prozesses ist es, durch Beratung der Beteiligten eine einvernehmliche Lsung zu gestalten. "Es geht in erster Linie um eine gemeinsame Lsungsfindung", sagt Andrea Grndt, "nicht um eine Entscheidung fr oder gegen eine Seite im Konflikt."

Sabbatical soll fr alle Beschftigten mglich werden

Die neuen Regelungen halten auch fest, dass ein Sabbatical fr alle Beschftigte ermglicht werden soll. Das Sabbatical kann fr einen Zeitraum zwischen zwei und sechs Monaten stattfinden. Die Realisierung erfolgt ber angespartes Wertguthaben, das in der Ruhe- und Ansparphase ein gleichmiges Einkommen sicherstellt. Eine soziale Hrtefallregelung sieht vor, dass Ansparzeit und Inanspruchnahme des Sabbatical auch getauscht werden knnen. Wollen Beschftigte von Teilzeit in Vollzeit wechseln, dann ebnet der Vertrag neue Mglichkeiten. Die Vorgesetzten haben schon bei der Budget-Planung einen entsprechenden Wunsch zu bercksichtigen. Im Nicht-Einigungsfall ist eine weitere Eskalationsmglichkeit erffnet worden.

"Wir haben bei allen Vereinbarungen immer den Fokus auf Gesundheit und Absprachen im Team gelegt, um die Aspekte der Vereinbarkeit wie auch Selbstbestimmung und Gerechtigkeit zu untersttzen", sagt Andrea Grndt. "Mit diesen Regelungen ist uns ein erster Einstieg in die Themen rund um eine moderne, zeitgeme Arbeitszeitgestaltung gelungen." Der Inhalt der Vereinbarungen werde von den Beschftigten gelebt. "Das freut uns sehr, aber darauf ruhen wir uns nicht aus." Mit ihren Kolleginnen und Kollegen will die Betriebsrtin weiteren Regelungsbedarf nah an der Basis ausloten.



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