Christianne Benner: "Schritt in die richtige Richtung"

Auskunftsanspruch fr mehr Entgeltgerechtigkeit aktiv nutzen

(05.01.2018) Ab 6. Januar 2018 haben Beschftigte einen Rechtsanspruch zu erfahren, ob sie fair bezahlt werden. Grundlage ist das Entgelttransparenzgesetz, das bereits im Sommer 2017 verabschiedet wurde und allen Frauen und Mnnern einen individuellen Auskunftsanspruch sichert, wenn sie in Betrieben mit mehr als 200 Beschftigten arbeiten. "Das Gesetz ist ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn der Schwellenwert zu hoch ist. Beschftigte sollten diesen gesetzlichen Auskunftsanspruch aktiv nutzen, um Klarheit zu bekommen, ob sie aufgrund des Geschlechts diskriminiert werden", sagte Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, am Donnerstag in Frankfurt. "Entgeltgerechtigkeit steht fr die Anerkennung von Leistung. Jeder ungerechtfertigte Euro Unterschied muss deshalb ausgeglichen werden." Nur wenn mehr Transparenz ber ungleiche Vergtung zwischen Mnnern und Frauen im Betrieb herrscht, knne Ungerechtigkeit beseitigt werden. "Je mehr Menschen schwarz auf wei haben, dass sie schlechter bezahlt werden, umso eher werden sich die Unternehmen bewegen und Mnnern und Frauen das gleiche Entgelt zahlen", sagte Benner.

(Foto: Gaby Gerster)

Laut dem neuen Gesetz haben Beschftigte das Recht, Kriterien der Entgeltfindung fr das eigene Entgelt bei einer vergleichbaren Ttigkeit von Kollegen des anderen Geschlechts zu erfahren. Das Verfahren sieht vor, dass Beschftigten das durchschnittliche monatliche Bruttoentgelt einer Vergleichsgruppe von mindestens sechs Beschftigten des anderen Geschlechts genannt werden muss, die der gleichen oder einer gleichwertigen Ttigkeit nachgehen. Die IG Metall berate und untersttze Beschftigte bei ihren Auskunftsanliegen. Weiterhin schule die Gewerkschaft Betriebsrte zur Umsetzung des neuen Gesetzes. In Betrieben mit betrieblicher Interessenvertretung knnen Beschftigte ihre Anfrage direkt an den Betriebsrat richten.

In Betrieben mit Tarifvertrag und Betriebsrat ist das Gender Pay Gap geringer. So zeigt eine Studie der Hans-Bckler-Stiftung, dass in tarifgebundenen Betrieben die Entgeltlcke 10 Prozentpunkte niedriger ist als in nicht-tarifgebundenen Betrieben und davon profitieren insbesondere Frauen. Sie erhalten im Schnitt 9,2 Prozent mehr Geld, wenn sie in Betrieben mit Tarifbindung arbeiten.

Benner betonte: "Die IG Metall erwartet von den Parteien in den Sondierungsgesprchen Lsungen zur Strkung von Tarifbindung. Wir brauchen verbindliche Instrumente zur Strkung der Tarifbindung. Auch um Entgeltgerechtigkeit zwischen den Geschlechtern durchzusetzen."


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