IG Metall-Kstenfrauen: seit ber 30 Jahren Expertinnen in Sachen Arbeitszeit

(22.05.2017) Im Mittelpunkt der Bezirkskonferenz am 18. Mai stand das Thema Arbeitszeit. Die Frauen der IG Metall Kste zeigten mit einer kleinen Aktion, dass sie seit ber 30 Jahren Expertinnen in diesem Thema sind.

Die Ergebnisse der Beschftigtenbefragung der IG Metall verdeutlichen, dass sich nicht nur Frauen, sondern auch Mnner eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Leben wnschen. Eine Arbeitszeit, die sich an besondere Lebenssituationen richtet, die darauf Rcksicht nimmt, wenn sich die Kolleginnen oder Kollegen Zeit fr die Erziehung ihres Kindes nehmen mchten, wenn sie sich qualifizieren mchten, wenn sie Angehrige zu pflegen haben oder wenn sie sich eine Auszeit nehmen mchten.

Gerade in den Kmpfen um Arbeitszeit sehen die Frauen im Bezirk Kste eine Chance, mehr Gerechtigkeit zwischen Mnnern und Frauen in der Erwerbsarbeit und bei der Verteilung von Haus- und Familienarbeit zu erreichen. Ein Rckblick in die arbeitszeitpolitischen Forderungen zeigt, dass viele immer noch aktuell sind.

"Un is de Tuffel noch so heet, wi bruukt de 35-Stunden-Week"

"Die 1980er Jahre waren geprgt um die Debatte um die 35-Stunden-Woche, bei der wir Frauen uns aktiv eingemischt haben", sagt Kerstin Sprengard, Betriebsrtin bei Siemens. "Mit der 35-Stunden-Woche war die Hoffnung verbunden, die Arbeitszeit zwischen Mnnern und Frauen gerechter zu verteilen. Die Forderung nach der 35-Stunden-Woche zielte auf die Abschaffung der Teilzeitarbeit und die tagtgliche Arbeitszeitverkrzung ab."

In Teilzeit arbeiten noch heute berwiegend Frauen. "Die Frauen verbanden mit der 35-Stunden-Woche die Hoffnung, dass Mnner und Frauen gleich weniger arbeiten und sich somit die Arbeit zu Hause gerechter verteilt und Frauen nicht gezwungen sind, in Teilzeit zu gehen. Dass war natrlich an eine Bedingung geknpft: Fr die 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich", fhrt Kerstin Sprengard weiter aus.

Mit einer Aktion machten die Metallerinnen deutlich, wie aktuell alte, arbeitszeitpolitische Forderungen immer noch sind. (Bild: Peter Bisping)

Mit der aktuellen Forderung nach verkrzter Vollzeit geht es darum, trotz Arbeitszeitabsenkung weiterhin in einem Vollzeitbeschftigungsverhltnis zu stehen, was insbesondere Auswirkungen auf die Rentenzahlungen hat. "Wir wollen ein neues Normalarbeitsverhltnis, bei dem es mglich ist, die Arbeitszeiten lebensphasenorientiert zu reduzieren oder zu erhhen. Darin sehen wir einen notwendigen Schritt in Richtung Emanzipation von Frauen und Mnnern", ist Katharina Volk, Gewerkschaftssektretrin im Bezirk Kste, berzeugt.



Druckansicht