Interview mit Stephanie Schmoliner Tarifsekretrin Bezirk Kste

Qualifizierung das A+O fr die Zukunft

(07.10.2015) In diesem Jahr wurde der Tarifvertrag Qualifizerung fr die Metall- und Elektroindustrie neu verhandelt warum war das ntig?
Wir sprachen darber mit Stephanie Schmoliner, Tarifsekretrin der IG Metall Kste: Dafr gab es mehrere Grnde. Ein ganz wichtiger war die erreichte Verbesserung, das Kolleginnen und Kollegen nun auch die Mglichkeit haben, neben der betrieblichen Weiterbildung einen Anspruch auf persnliche Weiterbildung zu bekommen.

Warum muss man das im Tarifvertrag regeln es geht doch um persnliche Manahmen, die kann doch eh jede/r privat gestalten.
Stephanie Schmoliner: Genau so ist es ja nicht! Viele haben nicht die Zeit oder das Geld, sich privat weiterzubilden und durch persnliche Weiterbildung bringt man oft Kenntnisse mit, die auch im Arbeitsalltag hoch geschtzt werden, sowohl von den Kolleginnen als auch von den Vorgesetzten.

Wollen das denn so viele Beschftigte?
Stephanie Schmoliner: Ja, unsere groe Beschftigtenbefragung von 2014 hat ja genau das gezeigt. ber 90% der Befragten gaben an, dass Qualifizierung das A+O ist. Sowohl fr die eigenen Fhigkeiten als auch als Mittel fr Beschftigungssicherung.

Die Industriearbeitspltze verndern sich in der Ausgestaltung immer schneller. Da ist es wichtig, dass man am Ball bleibt und eine Mglichkeit hat, sich mit zu entwickeln.
Der tarifliche Anspruch sichert, dass alle, die wollen, auch die Mglichkeit haben, sich entsprechend fortzubilden. Es darf eben kein Nasenfaktor der Arbeitgeber sein, die dieses ausschlielich als Anreizsystem nutzen.

Ist das denn nun auschlielich ein Frauenthema?
Stephanie Schmoliner: Nein, das ist ein allgemeines Thema, aber es hat zum Teil andere Auswirkungen auf Frauen als auf Mnner. Und wir mssen noch weiter differenzieren, auch innerhalb der Gruppe Frauen sind die Forderungen nicht homogen. Wir haben jedoch festgestellt, dass Frauen einen anderen Zugang zur Qualifizerung bekommen. Nach wie vor sind Frauen in Fhrungspositionen unterreprsentiert. Auch die Berufswahl ist noch immer geschlechtsspezifisch unterschiedlich. Frauen entscheiden sich noch weit aus seltener fr MINT-Berufe als Mnner.

Um Lust auf IT oder Technik zu strken, knnen solche persnlichen Weiterbildungsangebote auch genutzt werden. Zudem sind Frauen in der Regel aufgrund ihrer Zustndigkeit fr Familie einer Doppelbelastung ausgesetzt, wenn sie erwerbsttig sind. Entweder sie werden auf Grund von verkrzten Arbeitszeiten nicht immer gleich in Weiterbildungen eingebunden, oder die Angebote sind kaum vereinbar mit Familie und Betreuung. Es ist also auf jeden Fall ein spezifisches Frauenthema.

Wie komme ich an die ganzen Infos?
Stephanie Schmoliner: Im September hat eine ganze Woche der betrieblichen Information zur Weiterbildung stattgefunden. Wenn Frau sich dort nicht ber alle Mglichkeiten informieren konnte, soll man sich auf jeden Fall zunchst an den Betriebsrat und/oder an die Vertrauensleute wenden. Aber auch in allen Verwaltungsstellen vor Ort bekommt ihr Auskunft.



Druckansicht