Bundesweiter Aktionstag

Siemens: Jugend kmpft fr Zukunft der Ausbildung

(23.09.2016) Siemens will Kosten senken und setzt den Rotstift auch an der Ausbildung an. Beim bundesweiten Aktionstag machten sich Jugendliche fr den Erhalt und die Qualitt der Ausbildung stark.

Auszubildende und dual Studierende bei Siemens sind am 22. September dem Aufruf von IG Metall, Betriebsrten und Jugendvertretungen zu einem bundesweiten Aktionstag unter dem Motto "Ausbildung mit Perspektiven investieren statt reduzieren" gefolgt. Rund 3.000 junge Beschftigte aus ber 50 Siemens-Betrieben traten an Standorten von Hamburg bis Mnchen mit verschiedenen Aktionen fr den Erhalt der Ausbildung bei Siemens ohne Einschrnkungen in Qualitt und Umfang ein.

Jrgen Kerner, geschftsfhrendes Mitglied des Vorstandes der IG Metall und Aufsichtsrat der Siemens AG, fasst die Grnde fr den Aktionstag zusammen: "Nach ersten Entscheidungen ber Einsparungen lsst der Vorstand von Siemens aktuell die gesamte Ausbildung auf weitere Mglichkeiten zur Kostensenkung prfen. Damit riskiert man aus kurzfristigem Kostendenken das Potenzial des Unternehmens an hochqualifizierten Fachkrften in der Zukunft. Die Ausbildung bei Siemens kann ihr jahrelang hervorragendes Niveau nicht halten, wenn knftig fortwhrend ber Kostendruck und Einsparmglichkeiten diskutiert werden muss."

Max Baldauf, Vorsitzender der Gesamtjugend- und Auszubildendenvertretung der Siemens AG, nennt Beispiele fr erste Einschnitte: "Es wurde bereits massiv der Rotstift an der Ausbildung angesetzt, Sprachreisen fr bestimmte Ausbildungsgnge wurden ebenso zusammengestrichen wie der Einsatz externer Trainer. Als Interessenvertretung der jungen Beschftigten im ganzen Unternehmen sind wir berzeugt: Ausbildung und duales Studium bei Siemens haben als Sparveranstaltung keinen Sinn."

Auch Birgit Steinborn, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates und stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates der Siemens AG, kritisiert Einsparungen an der Ausbildung: "Ausbildung darf kein Kostenfaktor sein, sondern ist eine Investition in die Zukunft des Unternehmens. Unsere weltweit anerkannte berufliche Ausbildung muss weiterentwickelt werden, und dabei muss investiert statt reduziert werden. Investition in die Ausbildung bedeutet Zukunft fr alle."

Die Palette der Aktionen reichte von Jugendversammlungen und Kundgebungen ber Flashmobs vor den Betrieben bis zu hin zu Workshops ber die Bedeutung der Ausbildung. Ein Highlight bildete die Aktion in Amberg, wo zeitgleich der Aufsichtsrat der Siemens AG tagte. Im Rahmen einer Jugendversammlung und einer Informationsveranstaltung ber den steigenden Druck auf die Ausbildung bergaben die jungen Beschftigten Personalvorstand Janina Kugel ein Steuerrad und eine Kapitnsmtze sie als Arbeitsdirektorin soll die Ausbildung wieder auf den richtigen Kurs steuern.

Kerner bewertete den Aktionstag als erfolgreiche Werbung fr dieses Anliegen: "Die jungen Beschftigten beschweren sich nicht, sondern sie machen sich Gedanken. Sie haben Ideen und Vorschlge, die im Konzern diskutiert werden mssen. Mit dem Aktionstag haben sie einen groen Schritt in diese Richtung getan." Baldauf fasste zusammen: "Wir werden aktiv, weil unser Technologiekonzern immer weniger mit neuer Technik, sondern mit Arbeitsplatzabbau und Einsparungen Schlagzeilen macht. Eine solche Entwicklung gefhrdet den bisherigen Umfang an Ausbildungs- und dualen Studienpltzen, aber auch die unbefristeten bernahmechancen von Auslernern und Absolventen."



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Julia Groher
Bezirksjugendsekretrin

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Florian Rebstock
Studierendenarbeit

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