Windkraft wieder in Gefahr

metallzeitung Kste Nr. 6/2015

(09.06.2015) Die Windkraftindustrie bekommt neuen Gegenwind: Planungen fr Windparks auf See, die
ber den vorgesehenen Ausbau von 6,5 Gigawatt Leistung bis 2020 hinausgehen, haben die Behrden auf Eis gelegt. Die IG Metall Kste warnt vor den Gefahren, die in wenigen Jahren wieder zu einem abrupten Aus fr die Zukunftsbranche fhren knnten.

Der Windpark DanTysk vor Sylt ist gerade fertiggestellt worden. Mit seinen 80Windturbinen kann er schon bald 400 000 Haushalte mit Stromversorgen. Das Projekt
zeigt, dass die Energiewende endlich in Schwung kommt, meint IG Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken. Durch die starren Grenzen bei den Ausbauzielen und eine zgerliche Umsetzung durch die Behrden sieht er allerdings neue Gefahren. Damit der Ausbau nicht wieder abrupt abgewrgt wird, muss die Politik schon jetzt die Zeit nach Abschluss der ersten Ausbauphase ab 2020 in den Blick nehmen, so der Gewerkschafter. Wegen der langen Vorlaufzeiten der Projekte seien
langfristige und verlssliche Regelungen entscheidend.

Kritik an Landesregierung. Besonders heftig ist die Diskussion um den Ausbau der Windkraft in Mecklenburg-Vorpommern. Mit einem Volksbegehren wollen Gegner grere Abstnde von Windrdern zu Wohnhusern durchsetzen. Mit Verweis auf den Tourismus und die Schifffahrt hat die Landesregierung zudem ihre Plne fr Windparks auf See drastisch reduziert: Von 580 Quadratkilometern Windparkflchen sind nur 197 brig geblieben. Wenn es noch weniger wird, dann verabschiedet sich Mecklenburg-Vorpommern aus dem Offshore-Bereich, warnt Geiken. Die Regierung drfe sich nicht
von den Interessen einzelner Gruppen wie den Hotelbesitzern leiten lassen, sondern msse deutlich strker fr die Akzeptanz der Energiewende werben.

Chancen herausstellen. Die IG Metall Kste und der Bundesverband WindEnergie (BWE) appellierten gemeinsam an die Landesregierung, strker die Chancen herauszustellen, die die Energiewende fr Wirtschaft und Arbeitspltze im Land bedeuten. Unternehmen wie Nordic Yards, EEW, Nordex oder die Eisengieerei Torgelow sind Beispiele dafr.
Der Energieminister darf in der Debatte nicht allein gelassen werden. Die Energiewende ist nicht das Projekt einer Person, sondern ein Gemeinschaftswerk, so der BWE-Landesvorsitzende Andreas Jesse.

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