Gemeinsam Wind machen

metallzeitung Kste Nr. 8/2015

(10.08.2015) Die Windindustrie trgt entscheidend zur Umsetzung der Energiewende bei. Mit einem bundesweiten Netzwerk Windindustrie will die IG Metall ihre Rolle in der Branche strken und den politischen Druck nach auen erhhen. Das Ziel: Gute Arbeit fr saubere Energie.

Nein, schlechte Stimmung herrschte bei den rund 50 anwesenden Betriebsrten auf der Auftakttagung des Netzwerks Windindustrie Ende Juni in Hamburg ganz sicher nicht. Viele berichteten von ordentlich gefllten Auftragsbchern und einem Zuwachs von Beschftigung. Dennoch: Dass es in der Windindustrie noch sehr viel zu tun gibt, darber waren sich alle Anwesenden einig. Wir arbeiten in einer Zukunftsbranche. Aber von Zukunftsorientierung kann vielerorts keine Rede sein, brachte es Thomas Ahme, Betriebsrat bei Siemens, auf den Punkt.

Seine Einschtzung spiegelt sich auch in den Ergebnissen einer Umfrage der Agentur fr Struktur- und Personalentwicklung (AgS) wider. Danach hat nur rund jedes vierte Unternehmen eine strategische und auf die Zukunft ausgerichtete Personalplanung. Und nicht mal in jeder fnften Firma werden Betriebsrte an Entscheidungen bei Forschung und Entwicklung beteiligt. Viel zu hufig setzen Unternehmen noch auf befristete Beschftigung, Leiharbeit und Werkvertrge. Das wirkt sich katastrophal auf den Wissenstransfer aus. Immer wieder mssen neue Kollegen eingearbeitet werden, die oft genug vllig branchenfremd sind.

Mehr gute Arbeit. Gleichzeitig wird in der Hlfte der von der Umfrage erfassten Betriebe ber Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung geklagt. Kein Wunder, bei oft wenig attraktiven Arbeits- und Entgeltbedingungen. Wenn die Windindustrie im Wettbewerb um die besten Kpfe bestehen will, brauchen wir mehr gute Arbeit und einen Ausbau der Mitbestimmung , fordert Wolfgang Lemb, geschftsfhrendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Auch im Bereich der Ausbildung muss sich dringend etwas tun, besonders in den nicht tarifgebundenen Unternehmen. Dort liegt die Ausbildungsquote nur bei 1,5 Prozent. Aber genauso wie die Branche gefragt ist, bessere Bedingungen fr die Beschftigten zu bieten, mssen auch die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Wir brauchen von der Politik Leitplanken, die Stabilitt fr den Ausbau der Windindustrie bieten. Nur so ist langfristige Planbarkeit von Investitionen und Beschftigung mglich, meint Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Kste.

Genau hier setzt das Netzwerk der IG Metall an. Geiken: Eine intensive Zusammenarbeit bietet die Chance, gemeinsam Ziele zu formulieren und sich daran zu orientieren. Wir mssen mit einer Stimme sprechen, um politisch Druck aufzubauen und zu einer nachhaltigen Entwicklung der Branche zu kommen. Dafr soll kontinuierlich weitergearbeitet werden. Das nchste Netzwerktreffen ist im Dezember geplant.

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