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 Schiffbau
03.09.2010 
Nordic Yards in Wismar und Rostock-Warnemünde
Bezirksleiterin Blankau: „Die Zeit der Lippenbekenntnisse ist endgültig vorbei.“
(16.02.2010) Die IG Metall Küste hat den Druck auf den Investor der Nordic Yards in Wismar und Rostock-Warnemünde sowie Bundes- und Landesregierung erhöht.
„Die Zeit der Lippenbekenntnisse ist endgültig vorbei“, sagte IG Metall-Bezirksleiterin Jutta Blankau auf der Landespressekonferenz in Schwerin. Der unter Vermittlung von Bundeskanzlerin Merkel und dem russischen Präsidenten Medwedjew zustande gekommene Verkauf dro-he in einem Desaster zu enden. „Neue Aufträge sind nicht erkennbar. Mit dem Stapellauf der zweiten Stena-Fähre droht das Aus für den Schiffbau an beiden Standorten“, so die Gewerkschafterin.

Die IG Metall Küste fordert ein industriepolitisches Konzept für die Stand-orte Wismar und Warnemünde. „Werfteigner, Landes- und Bundesregie-rung sowie IG Metall müssen an einen Tisch, um über Perspektiven im Schiffbau, in der Offshoreindustrie und der Metallverarbeitung zu bera-ten“, so die Bezirkschefin. Auf Grundlage des Konzeptes sei auch die gesellschaftsrechtliche Beteiligung von Bund und Land an den beiden Standorten zu prüfen. Blankau sieht auch Bundeskanzlerin Merkel und den russischen Präsidenten Medwedjew in der Verantwortung: „Sie ha-ben den Verkauf maßgeblich initiiert. Jetzt dürfen sie nicht tatenlos zu sehen, wie der Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern stirbt“, sagte die Gewerkschafterin.

Die IG Metall Küste will den Weggang der hochqualifizierten Beschäftig-ten in andere Branchen und in andere Bundesländer verhindern. „Schiff-bau in Mecklenburg-Vorpommern sind die Schiffbauer“, erklärte Bezirks-chefin Blankau. Ohne ihr über Jahrzehnte aufgebautes und weltweit an-erkanntes Know-how werde es an den beiden Standorten keinen Schiff-bau mehr geben. Blankau forderte deshalb die vom Werfteigner zugesi-cherte Einstellung von Mitarbeitern sowie die Übernahme der Auszubil-denden. „Mindestens 1200 Kolleginnen und Kollegen müssen auf den Werften in Wismar und Warnemünde arbeiten. So steht es im Kaufver-trag“, erklärte Blankau. Um das zu erreichen, müssten alle arbeitsmarkt-politischen Instrumente genutzt werden – etwa die konjunkturelle Kurz-arbeit und die Verlängerung der Transfergesellschaft bis zum 31. Juli 2010.

Die Forderungen der IG Metall Küste:
Ein industriepolitisches Konzept – Schiffbau, Offshore und Metallverarbeitung – für die Standorte Wismar und Rostock. Werfteigner, Lan-des- und Bundesregierung und die IG Metall müssen an einen Tisch.

Die Prüfung einer gesellschaftsrechtlichen Beteiligung von Bund und Land an beiden Standorten auf Grundlage dieses Konzeptes.

Die vertragsgemäße Einstellung von Mitarbeitern durch den Werfteigner, einschließlich der Übernahme aller Auszubildenden. Mindestens 1.200 Mitarbeiter, wie im Kaufvertrag festgelegt, müssen auf den Werften beschäftigt werden!

Die Verstärkung der Akquisitionsanstrengungen durch den Eigner!

Eine bessere Unterstützung durch die Banken. Es kann nicht sein, dass die Industrie in Mecklenburg-Vorpommern geopfert wird, um die Sanierung der Banken zu bezahlen!

Eine Teilveräußerung aller nicht betriebsnotwendigen Flächen zur schnellstmöglichen Ansiedlung von Unternehmen und zur Schaffung möglichst vieler Arbeitsplätze.

Die Nutzung aller arbeitsmarktsmarktpolitischen Instrumente an bei-den Standorten. Konjunkturelle Kurzarbeit bei Unterlastung und die Verlängerung der Transfergesellschaft bis zum 31. Juli 2010.

Aufbau und Absicherung einer effizienten Führungsstruktur und einer Verstärkung im ingenieurwissenschaftlichen Bereich zur nachhaltigen Stärkung des Unternehmens.

Einbeziehung neuer strategischer Partner, insbes. zur Erschließung des russischen Marktes in Form von joint venture mit russischen Werften.



Der Schiffbau in Deutschland steht nicht vor dem Aus. Es gibt große Unterschiede in der Branche. In Schwierigkeiten sind vor allem solche Werften, die bis zum Schluss auf den Bau von Containerschiffen gesetzt haben und sich nicht rechtzeitig umgestellt haben. Wenn die Werften auf Zukunftsfelder wie Meerestechnik, Offshore, umweltfreundliche Technologien setzen, haben sie durchaus eine Chance.

Jutta Blankau
Bezirksleiterin der IG Metall Küste

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