Proteste gegen "Kahlschlag" in der Windindustrie

IG Metall warnt Unternehmen davor, die Chancen der Energiewende zu verspielen

(29.11.2017) Mit einer Kundgebung vor der Siemens-Niederlassung in Hamburg hat die IG Metall ihre Proteste gegen den Abbau von Arbeitspltzen in der Windindustrie fortgesetzt. "Stoppt den Kahlschlag in den Unternehmen", forderte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Kste, auf der Kundgebung vor 250 Teilnehmern. "Siemens Gamesa darf jetzt nicht den gleichen Fehler wie andere Unternehmen machen und nur mit Blick auf die Rendite Stellen streichen." Der Gewerkschafter fordert gemeinsame Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften, um das Know-how in der Windindustrie in Deutschland zu sichern. "Wir haben in diesem Jahr bereits 1.500 bis 2.000 Beschftigte in der Branche verloren. Wenn wir nicht gemeinsam gegensteuern, verspielen wir die Chancen der Energiewende", so IG Metall-Bezirksleiter Geiken. "Mit dem Stopp-and-Go der vergangenen Jahre muss Schluss sein. Nur so kann die Energiewende fr neue Industrieansiedlungen und Beschftigung sorgen."

IG Metall-Vorstandsmitglied Wolfgang Lemb forderte "hrtere Bandagen beim Umgang mit Unternehmen, die gerne Frdergeld einstreichen, aber Arbeitspltze wegstreichen". Die Politik msse sich ihre Frdergelder auch wieder zurckholen. Eine Mitschuld an der Misere der Windindustrie gibt Lemb der letzten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG): "Ohne Rcksicht auf Verluste wurde hier an einem funktionierenden System herumgedoktert." Der Gewerkschafter forderte, die Deckelung der Ausbauziele aufzuheben, so genannte Brgerenergieprojekte bei Ausschreibungen nicht lnger zu bevorzugen und Windparks, die nicht verwirklicht werden, neu auszuschreiben.

An der Kundgebung nahmen neben Beschftigten von Siemens Gamesa Betriebsrte aus zahlreichen Unternehmen der Windindustrie teil, die sich am Mittwoch in Hamburg auf einer Tagung ber die aktuelle Situation austauschten. Dass sich die Aussichten der Windindustrie erheblich verschlechtert haben, hat bereits die im Sommer vorgestellte Befragung der IG Metall gezeigt. Mehr als 40 Prozent der Betriebsrte gehen demnach von einer negativen Marktentwicklung aus. In knapp einem Viertel der Unternehmen erwarten die Betriebsrte einen Beschftigungsabbau.

Protest gegen "Kahlschlag" in der Windindustrie



Druckansicht



Heiko Messerschmidt
Pressesprecher

IG Metall
Bezirksleitung Kste
Kurt-Schumacher-Allee 10
20097 Hamburg

Tel.: 040 / 28 00 90 - 43
Tel.: 040 / 28 00 90 - 55

heiko.messerschmidt@igmetall.de

Aktuelle Pressemitteilungen von www.igmetall.de