IG Metall Kste warnt vor Verlust von Know-how in der Konstruktion

Zahl der Arbeitspltze auf den Werften fast konstant

(08.09.2017) Trotz eines Personalabbaus in einzelnen Unternehmen bleibt die Zahl der Beschftigten auf den deutschen Werften mit 15.795 (Vorjahr: 15.885) insgesamt weitgehend stabil. Positiv hat sich die Beschftigung in den vergangenen zwlf Monaten in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, negativ in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein entwickelt. Fr das nchste Jahr erwarten die Betriebsrte der 38 erfassten Werften den Aufbau von mehr als 460 Arbeitspltzen. Das geht aus einer Befragung der Bremer Agentur fr Struktur- und Personalentwicklung (AgS) im Auftrag der IG Metall Kste hervor.

"Fr Arbeit auf den Werften sorgen weiterhin Kreuzfahrtschiffe, Yachten und Fhren sowie der Marineschiffbau", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Kste. "Um die langfristige Auslastung zu sichern, sind allerdings mehr Auftrge ntig. Mit 16 Auftrgen im zivilen Bereich innerhalb der vergangenen zwlf Monate ist ein neuer Tiefstand erreicht." Aufgrund von Auslastungsschwankungen werde Kurzarbeit auch wieder deutlich hufiger genutzt als in den Vorjahren.

Auffllig ist, dass der Anteil der Beschftigten im Ingenieursbereich zurckgeht und parallel die Leiharbeit in Konstruktion und Entwicklung steigt. "Die Unternehmen verlieren dadurch ihre Kernkompetenzen. Besonders drastisch zeigt sich das an der von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) angekndigten Schlieung des Standortes Emden, an dem berwiegend Ingenieure arbeiten", sagte Bezirksleiter Geiken. "Im Interesse der Beschftigten, aber auch der Zukunftsfhigkeit des Konzerns mssen wir mit der Geschftsfhrung ber Alternativen zur Schlieung diskutieren. Sie darf sich dem nicht verweigern", so der Gewerkschafter. "Dass das TKMS-Management die Einladung des Niederschsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies zu einem Runden Tisch am Donnerstag ausgeschlagen hat, ist den Beschftigten, der Landesregierung und der Gewerkschaft nicht zu vermitteln."

Mit 6,5 Prozent ist die Ausbildungsquote auf den Werften fr die IG Metall zu niedrig, aber im Vergleich zu anderen Branchen weiterhin verhltnismig hoch. Positiv ist, dass die Auszubildenden bis auf wenige Ausnahmen in eine Festanstellung bernommen werden. Das trgt zu einer insgesamt ausgewogenen Altersstruktur bei. "Der Schiffbau ist auch dank der berwiegend guten tariflichen Bedingungen attraktiv. Das zeigt die hohe Zahl an Bewerbern je Ausbildungsplatz", so Geiken. "Unsere Tarifvertrge fhren auch dazu, dass der Anteil an Befristungen bei Neueinstellungen im Schiffbau mit 13 Prozent vergleichsweise niedrig ist."


Die Werftengruppen gewinnen weiter an Bedeutung. In den fnf grten Konzernen TKMS, Meyer, Genting/MV Werften, Lrssen und German Naval Yards arbeiten mehr als 80 Prozent der Beschftigten. Die meisten Werften gehren zur Lrssen-Gruppe aus Bremen. Sie hat Standorte in allen norddeutschen Bundeslndern.

Insgesamt arbeiten in der maritimen Wirtschaft 88.000 Menschen. Darin eingerechnet sind Beschftigte auf Werften (mit Leiharbeitern und Werkvertragsbeschftigten) sowie bei Zulieferern.

:: Prsentation der Ergebnisse der Befragung 2017 (PDF | 230 KiB)



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Heiko Messerschmidt
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