Zahl der Beschftigten auf den Werften steigt / Ausbildungsquote sinkt

Schiffbau: IG Metall Kste fordert mehr feste Stellen statt Leiharbeit und Werkvertrge

(06.09.2018) Die IG Metall Kste hat die deutschen Werften aufgefordert, die Stammbelegschaften weiter auszubauen. "Statt Werkvertrge und Leiharbeit brauchen wir mehr unbefristete Stellen mit Tarifvertrgen", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Kste, bei der Vorstellung der 27. Betriebsrtebefragung, die die Agentur fr Struktur- und Personalentwicklung (AgS) im Auftrag der Gewerkschaft durchgefhrt hat. "Die Unternehmen haben es selbst in der Hand, etwas gegen den angeblichen Fachkrftemangel zu tun mit mehr Ausbildung und guten Arbeitsbedingungen statt prekrer Beschftigung", so der Gewerkschafter.

Vorstellung der Schiffbauumfrage 2018: IG Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken (von links), der Betriebsratsvorsitzende der Meyer Werft Nico Bloem und Bernd Fischer, Betriebsratsvorsitzender MV Werften Stralsund.

Die Zahl der Beschftigten auf den Werften ist laut der Befragung gegenber dem Vorjahr um 7,3 Prozent auf 16.900 gestiegen. Besonders deutlich war der Beschftigungsaufbau in Mecklenburg-Vorpommern, auch Niedersachsen und Schleswig-Holstein vermelden positive Zahlen. "Der Kreuzfahrtschiffbau, aber auch Yacht- und Marineauftrge sorgen fr Arbeit", erklrte IG Metall-Bezirksleiter Geiken. Die Auslastung der deutschen Werften durch den Spezialschiffbau sei deutlich besser als von Unternehmen in Sdostasien, bei denen die Krise im Bau von Standardschiffen voll durchschlage. Unsicherheiten gebe es im Marineschiffbau.

Sorge bereitet der Gewerkschaft der weiterhin hohe Anteil an Leiharbeit. Mit einer Quote von 12,1 Prozent liegt diese laut der Befragung viermal so hoch wie im Durchschnitt der gesamten Wirtschaft. Als "viel zu hoch" bezeichnete Geiken die Anzahl von Werkvertragsbeschftigten auf einzelnen Werften. "Wenn auf jeden Stammbeschftigten ein Werkvertragsarbeiter kommt, stimmt etwas nicht", so der Gewerkschafter.

Die IG Metall Kste fordert von den Werften auerdem mehr Ausbildungspltze. "Mit 6,2 Prozent ist die Ausbildungsquote auf den niedrigsten Wert seit mehr als zehn Jahren gefallen", erklrte Bezirksleiter Geiken. "Um ihre Zukunftsfhigkeit zu erhalten, mssen die Betriebe dringend gegensteuern." Erfreulich sei, dass alle Auszubilden-den nach der Ausbildung bernommen werden. Das sei der entsprechenden Regelung im Tarifvertrag zu verdanken.

An der Befragung beteiligten sich Betriebsrte von 39 Werften und 14 Zulieferbetrieben, die insgesamt mehr als 21.000 Beschftigte reprsentieren.

:: Prsentation der Ergebnisse der Befragung 2018 (PDF | 470 KiB)



Druckansicht

Aktuelle Materialien

Ergebnisse des Schiffbau-Monitoring

Entwicklungstendenzen im Weltschiffbau

(21.02.2017) Die allgemeine Entwicklung der Branche, Tendenzen im Kreuzfahrt- und Yachtschiffbau, die aktuelle Lage in ... >>weiter

Maritime Konferenz 2015

Zentrale Zukunftsthemen der maritimen Branche

(05.02.2016) In der maritimen Wirtschaft fehlt eine gemeinsame nationale Strategie der verschiedenen Akteure. ... >>weiter