Protest vor Beginn der 10. Nationalen Maritimen Konferenz

Rund 900 Beschftigte demonstrieren fr Perspektiven in der maritimen Wirtschaft

(03.04.2017) Bei der Diskussion um die Digitalisierung der maritimen Wirtschaft mssen die Beschftigten in den Hfen, bei den Reedereien, auf den Werften, in der Windkraftindustrie und bei den Zulieferern im Mittelpunkt stehen. Das haben rund 900 Teilnehmer am Montag auf einer Kundgebung von IG Metall Kste und ver.di auf dem Rathausmarkt in Hamburg gefordert. Anlass ist die 10. Nationale Maritime Konferenz, zu der die Bundesregierung am Dienstag unter dem Titel "Maritim: exzellent vernetzt Chancen der Digitalisierung fr die maritime Wirtschaft" in die Handelskammer geladen hat.

"Wir erwarten von der Bundesregierung einen Kurswechsel in der maritimen Wirtschaft. Die Beschftigten mssen im Mittelpunkt der Digitalisierung stehen", erklrte Torben Seebold, ver.di, Bundesfachgruppenleiter Maritime Wirtschaft. "Dafr ist eine Ausweitung der betrieblichen Mitbestimmung und eine arbeitsmarktpolitische Agenda zum
Schutz und zur Fortentwicklung der Beschftigung auf See und an Land unerlsslich. In der Seeschifffahrt fordern wir schlichtweg eine Beendigung der fehlgeleiteten Subventionspolitik zugunsten unverantwortlicher Reeder. Der Missbrauch von Steuergeldern gegen die Seeleute ist unertrglich geworden."

"Digitalisierung ist nicht nur eine technische Frage. Auf der Konferenz muss es deshalb auch um die Menschen, also um Perspektiven fr die Beschftigten in einer zunehmend digitalisierten Branche gehen", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Kste. Ziel sei der Erhalt und Ausbau qualifizierter Beschftigung in der maritimen Wirtschaft. Dafr reiche es jedoch nicht aus, sich nur mit dem Thema Digitalisierung zu beschftigen. "Eine Reihe von Werften wartet auf Entscheidungen der Bundesregierung. Ein Grund fr die schwierige Situation bei Blohm + Voss in Hamburg und anderen Betrieben ist, dass sich die angekndigten Milliarden-Auftrge fr die Marine verzgern", so der Gewerkschafter. "In der Windkraftindustrie steigen die Sorgen, dass die Deckelung der Ausbauziele Arbeitspltze und Standorte gefhrdet."

Protestkundgebung zur Maritimen Konferenz

Wegen des geplanten Stellenabbaus und der geforderten Eingriffe in die Tarifvertrge hatten sich 450 Beschftigte von Blohm + Voss an einem Demonstrationszug vom Werkstor zur Kundgebung von IG Metall Kste und ver.di auf dem Rathausmarkt beteiligt. Sie forderten vom neuen Eigner Lrssen Investitionen in den Standort sowie gengend Mittel fr Interessenausgleich und Sozialplan. Von der Bundesregierung verlangten sie, bei der Vergabe der Marine-Auftrge keine weiteren Verzgerungen zuzulassen und schnell zu handeln.

:: Positionspapier der IG Metall Kste zur 10. Nationalen Maritimen Konferenz (PDF | 5244 KiB)



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