Tarifrunde Eisen- und Stahlindustrie 2019

Kein Ergebnis bei erster Verhandlung

(12.01.2019) Die erste Verhandlung fr die Beschftigten der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie wurde nach zwei Stunden ohne Ergebnis vertagt. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld mit einem Extraplus fr Azubis und eine neue zustzliche Urlaubsvergtung.

(Foto: Filip Krstic/iStock)

Die erste Verhandlung in der laufenden Stahl-Tarifrunde am Donnerstag in Dsseldorf brachte kein Ergebnis. Die Arbeitgeber lehnten die Forderungen der IG Metall fr die Stahlindustrie Nordwest als berzogen ab. Ein Angebot machten sie nicht. Nach zwei Stunden gingen die Tarifparteien auseinander. Die Verhandlungen wurden auf den 23. Januar vertagt.


Sechs Prozent mehr Geld und Extraplus fr Nachwuchs


Fr die rund 72 000 Beschftigten der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie fordert die IG Metall eine Entgelterhhung um sechs Prozent - sowie eine neue zustzliche Urlaubsvergtung in Hhe von 1800 Euro, bei der auch ber Mglichkeiten gesprochen werden soll, dass Beschftigte sie in Zeit statt Geld nehmen knnen. Auszubildende sollen eine berproportionale Erhhung ihrer Vergtungen erhalten. Zudem sollen die Tarifvertrge zur Altersteilzeit und Beschftigungssicherung verlngert werden.

Die IG Metall begrndet ihre Forderung mit der guten wirtschaftlichen Lage der Stahlindustrie. Preise, Umstze und Erlse sind nach einem Einbruch in den drei Jahren deutlich gestiegen. In Krisenzeiten habe die IG Metall mit moderaten Tarifforderungen der schwierigen Situation Rechnung getragen, machte Verhandlungsfhrer und Bezirksleiter der IG Metall in NRW Knut Giesler klar. "Viele Konzerne haben in den letzten Wochen Rekordergebnisse vermeldet. Mit Stahl wird endlich wieder gutes Geld verdient. An dieser guten Entwicklung sind nun auch die Beschftigten zu beteiligen."

Zudem msse die Stahlbranche wieder Anschluss beim Entgelt und bei den Arbeitsbedingungen an die Metallindustrie finden, um Fachkrfte zu bekommen, forderte Giesler. Dazu gehren auch Entlastungsmglichkeiten fr die Beschftigten. "Schichtarbeit schlaucht. Gerade im Stahl. Deshalb soll die zustzliche Urlaubsvergtung in Hhe von 1800 Euro auf Wunsch der Beschftigten auch in freie Tage umgewandelt werden knnen."

Arbeitgeber sehen "kein Ufer"

Die Arbeitgeber rumten zwar die gute wirtschaftliche Entwicklung ein - ebenso wie die Notwendigkeit, Fachkrften etwas bieten zu mssen, warnten jedoch vor knftigen Risiken durch einen neuen Einbruch. IG Metall und Arbeitgeber seien in den Verhandlungen "sehr weit auseinander", befand der Verhandlungsfhrer der Stahl-Arbeitgeber und Chef von Thyssen-Krupp Steel Andreas Goss. Er sehe angesichts der Forderung der IG Metall "kein Ufer" fr eine Einigung.

Die zweite Verhandlungsrunde fr die Stahlindustrie Nordwest findet am 23. Januar in Dsseldorf statt. Am 28. Januar wird dann erstmals in der ostdeutschen Stahlindustrie verhandelt. Am 31. Januar endet die Friedenspflicht. Danach sind Warnstreiks zulssig.

In der saarlndischen Stahlindustrie hingegen laufen die aktuellen Tarifvertrge noch bis Ende Mrz. Dann stehen auch dort Verhandlungen an.



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