Metall- und Elektroindustrie

Wieder im Flchentarif

(11.01.2017) Dank intensiver Verhandlungen und Druck durch die Beschftigten hat die IG Metall Kste Unternehmen und Betriebe wieder in den Flchentarifvertrag zurckgeholt. Drei Beispiele, die deutlich machen: Auch in der Krise geht gerecht nur mit Tarifvertrgen.

Erkmpften sich die Anbindung an die Flche: Beschftigte von Procast Guss beim Warnstreik.

Im Oktober hatten die Beschftigten der Gieerei Procast Guss in Nortorf bei Rendsburg endlich wieder einen Grund zum Feiern. Im Frhjahr war der Arbeitgeber aus dem Verband Nordmetall ausgetreten und wollte damit erreichen, dass die Entgelte abgesenkt werden. Obwohl die Ausgangsbedingungen wegen lngerer Kurzarbeit nicht optimal waren, lieen sich das die sehr gut organisierten Beschftigten nicht gefallen. Nach mehrfachen Sondierungsgesprchen und Warnstreiks konnte in der finalen Verhandlung erreicht werden, dass der Arbeitgeber wieder Mitglied bei Nordmetall wird und damit grundstzlich die Arbeitsbedingungen der Flche gelten. In einem Ergnzungstarifvertrag wurde vereinbart, dass der Betrieb innerhalb eines Jahres wieder das Lohnniveau der Flche erreicht. "Das war nur mglich, weil die Belegschaft zusammensteht und als Team zusammenarbeitet", erzhlt Martin Bitter, Geschftsfhrer der IG Metall Rendsburg.

Viel erreicht. Neben der Tariferhhung enthlt der Vertrag unter anderem eine Beschftigungssicherung sowie fr den Bestand des Betriebes wichtige Investitionszusagen. Im Gegenzug musste die Belegschaft fr zwei Jahre weitestgehend auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten. Einen Teil davon erhalten die IG Metall Mitglieder als sogenannten Mitgliederbonus wieder zurck. "Wir haben immer gesagt, wir knnen uns vorstellen, einen Beitrag zu leisten, aber nicht, dauerhaft von der Flche abzuweichen", sagt der Betriebsratsvorsitzende Jens Steffen.

Besser mit Tarif. So wie bei Procast Guss sorgten auch die Beschftigten der Gieerei Schmidt in Cuxhaven und Heermoor fr eine Rckkehr des Arbeitgebers zu Nordmetall. Ein Ergnzungstarifvertrag sichert eine Annherung an das Entgeltniveau der Flche und Beschftigung bis 2021. Zudem sinkt die Arbeitszeit von 40 auf 35 Stunden, ein Zukunftskonzept mit Investitionszusagen steht. "Das Beispiel zeigt: Wenn die Belegschaft zusammenhlt, kann auch die Rckkehr des Arbeitgebers in den Verband erzwungen werden", sagt Doreen Arnold, Gewerkschaftssekretrin der IG Metall Bremerhaven.

Auch die Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) ist wieder Mitglied bei Nordmetall. Die Beschftigten profitieren damit von den Entgelterhhungen der Flche. Schmerzhaft ist der Stellenabbau: Ein Sanierungsplan sieht den Wegfall von 113 Arbeitspltzen und zeitlich befristete Lohneinsparungen vor. Damit soll die FSG wieder wettbewerbsfhig werden. "Wir sind froh, dass die Stammbelegschaft weiterhin nach den Standards der Metall- und Elektroindustrie arbeitet", sagt Michael Schmidt, Geschftsfhrer der IG Metall Flensburg. Eine Ausgliederung von Teilbereichen in eine externe Dienstleistungsgesellschaft mit Billig-Tarifen konnte abgewehrt werden. "Und wir haben eine Insolvenz verhindert und damit die Zukunft der Werft gesichert."



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