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Schlssel fr gute Gewerkschaftsarbeit

(01.08.2016) Noch nie haben so viele TeilnehmerInnen die Bildungsangebote der IG Metall Kste genutzt wie in den vergangenen vier Jahren. Bei den Grundlagenseminaren und der Spezialisierung geht es neben der Wissensvermittlung vor allem um einen politischen Denkprozess.

Am Ende der Woche sitzt Cora Schwittling immer mit einem sehr zufriedenen Gefhl im Zug. Erschpft, aber glcklich. "Es ist jedes Mal wieder beeindruckend", sagt sie, "wie sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in so kurzer Zeit weiterentwickeln."

Cora Schwittling ist ehrenamtliche Bildungsreferentin der IG Metall Kste. Seit 2008 bietet die Betriebsrtin von Daimler Bremen politische Seminare an, vor allem Grundlagenseminare fr Betriebsrte und Vertrauensleute. Sechsmal im Jahr ist sie fr eine Woche im Bildungszentrum der IG Metall in Berlin, schult dort engagierte GewerkschafterInnen aus anderen Unternehmen. Zustzlich fhrt sie jedes Jahr fr eine Woche auf eine ReferentInnen-Weiterbildung sowie zur zweitgigen Bildungskonferenz im Bezirk Kste. Der zeitliche Aufwand fr ihr Ehrenamt ist also enorm. Warum sie das auf sich nimmt? ber die Antwort braucht sie nicht lange nachzudenken. "Weil es mir eine Herzensangelegenheit ist", sagt sie. "Eine gute Ausbildung ist einfach der Schlssel fr gute Gewerkschaftsarbeit."

Damit hat sie die Philosophie der IG Metall Kste auf den Punkt gebracht. Menschen die Kompetenzen zu vermitteln, sich fr ihre eigenen Interessen einzusetzen das ist das Grundprinzip. "Das ist wichtiger, als nur Inhalte wie zum Beispiel Rechtsgrundlagen zu vermitteln, sagt Dominique Lembke, Bildungssekretr der IG Metall Kste. Dafr bietet die Gewerkschaft zum einen spezielle Seminare fr InteressenvertreterInnen wie zum Beispiel Betriebsrte, SchwerbehindertenvertreterInnen oder JAVis an. Zum anderen gibt es zahlreiche Bildungsurlaubsseminare, die allen Interessierten offenstehen. In diesen wird ein breites Spektrum an politischen, gesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Themen behandelt. Allein 2015 haben rund 6 000 TeilnehmerInnen regionale Seminare besucht das ist ein neuer Rekord.

Darber hinaus war die Ausbildung der zumeist ehrenamtlichen ReferentInnen ein Schwerpunkt der vergangenen Jahre. Diese bieten dann wiederum Seminare an so wie Cora Schwittling. Wer Workshops leitet, wird zuvor fachlich und didaktisch geschult. Wie baue ich ein Seminar auf? Wie schaffe ich es, die Gruppe mitzunehmen? Das sind die Fragen, um die es bei der Ausbildung der ReferentInnen geht. Im Vordergrund steht dabei weniger die reine Wissensvermittlung als ein emanzipatorischer Prozess. Die ReferentInnen, erklrt Bildungssekretr Dominique Lembke, "sollen vor allem lernen, den Lernprozess der Teilnehmenden zu steuern."

Zustzlich hat die IG Metall Workshops und Tagungen fr betriebliche BildungsberaterInnen durchgefhrt. Diese sogenannten BiBer sind die Mittler zwischen der Gewerkschaft und der Belegschaft in den Unternehmen. Sie knnen vor Ort in ihrem Betrieb ermitteln, welche Fortbildungsangebote bentigt werden, und den Bedarf an die IG Metall rckmelden. Umgekehrt knnen sie ihre KollegInnen dazu motivieren, an den Seminaren teilzunehmen.

Zum ersten Mal sind im letzten Jahr dann alle auf der bezirklichen Bildungskonferenz zusammengekommen die BeraterInnen und ReferentInnen. Gemeinsam haben sie gewerkschafts- und gesellschaftspolitische Themen wie die mittelfristige Tarifpolitik, Industrie 4.0 oder die Ausrichtung der Bildungsarbeit diskutiert. 2015 stand das Thema Arbeitszeit und Leistung auf der Agenda. "Der Austausch mit den anderen Bildungsreferentinnen und -referenten dort ist sehr wichtig", sagt Cora Schwittling. Sie hat inzwischen sogar ein zweites Amt bernommen, um die Bildungsarbeit der IG Metall Kste noch weiter voranzubringen. Sie versucht nun, die Bildungsberatung bei Daimler in Bremen neu aufzubauen.



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