Keine Annäherung in Tarifverhandlungen für Metall-und Elektroindustrie

IG Metall Küste kündigt Aktionstag und Warnstreiks an

(26.02.2021) Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie kommen nicht voran. „Auch in der vierten Runde gab es von den Arbeitgebern kein substanzielles Angebot. Die Vorschläge von Nordmetall zu den Themen Beschäftigungssicherung, Zukunftstarifverträge und Entgelte bleiben unverbindlich und sind keine Grundlage für eine Lösung“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, am Freitag nach den mehr als dreistündigen Verhandlungen in Hamburg.

Start der vierten Verhandlung in Hamburg: IG Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich und Nordmetall-Verhandlungsführerin Lena Ströbele. Foto: Christian Augustin

„Wir werden deshalb in der nächsten Woche den Druck erhöhen: zunächst mit einem bundesweiten Aktionstag am Montag und mit Ende der Friedenspflicht in der Nacht zu Dienstag dann auch mit Warnstreiks in vielen Betrieben an der Küste“, kündigte Gewerkschafter Friedrich an. „Die Metallerinnen und Metaller werden zeigen, dass sie auch unter Corona-Bedingungen kampffähig sind.“

Mit den geforderten Zukunftstarifverträgen will die IG Metall einen Rahmen setzen, um Beschäftigung zu sichern und unter Beteiligung der Belegschaften Perspektiven für die Unternehmen zu entwickeln. „Voraussetzung dafür sind verbindliche Regelungen im Tarifvertrag. Auch die Arbeitnehmerseite muss die Möglichkeit bekommen, für die Zukunft der Betriebe aktiv zu werden“, erklärte Bezirksleiter Friedrich.

Die Vorschläge zur Entgelterhöhung der Arbeitgeber kritisierte der Gewerkschafter erneut. „Die letzte Erhöhung der Tabellen gab es 2018. Eine weitere Nullrunde ist den Beschäftigten nicht zu vermitteln“, so Friedrich. „Die Metall- und Elektroindustrie muss ihren Beitrag leisten, damit Deutschland aus der Krise herauskommt. Dazu zählt eine Stabilisierung der Einkommen, durch die die Kaufkraft insgesamt gestärkt wird.“

An dem bundesweiten Aktionstag am Montag beteiligen sich auch zahlreiche Metalle-rinnen und Metaller aus dem Bezirk Küste. Geplant sind Protestaktionen vor zahlreichen Betrieben und auf öffentlichen Plätzen wie etwa ein Fahrradkorso in Emden, ei-ne Countdown-Aktion mit Konfetti-Kanone auf dem Marktplatz in Oldenburg, einer Krachmach-Polonaise bei Lear in Bremen, die Übergabe von Tor-Ketten bei Airbus und Gestra in Bremen, eine Kundgebung und Autokorso in Itzehoe, eine virtuelle Mittags-pause der Betriebe in Flensburg, eine Banner-Aktion vor dem Holstentor in Lübeck, Kundgebungen bei Procast Guss in Nortorf und Mecalac in Büdelsdorf oder die Aufstellung von Tarifhelden vor Betrieben in Kiel und Neumünster. IG Metall-Bezirksleiter Friedrich wird bei einer Aktion vor dem Leda-Werk in Leer sprechen, dessen Geschäftsführer Nordmetall-Präsident Folkmar Ukena ist. Ab 17 Uhr geht die IG Metall dann bundesweit mit einem zweistündigen Liveprogramm auf Sendung: www.igmetall.de/live

Die IG Metall fordert ein Volumen von vier Prozent mehr Geld für zwölf Monate, das zur Sicherung von Beschäftigung und Einkommen eingesetzt werden soll. Neben betrieblichen Zukunftstarifverträgen soll auch über die Arbeitszeitangleichung in Ostdeutschland und die Einbeziehung von Dual Studierenden in die Tarifverträge gesprochen werden. Die IG Metall Küste verhandelt für etwa 140.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein.



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