Einigung im Norden

Nordmetall und IG Metall Kste vereinbaren einheitliche Zuschlge fr Nachtarbeit

(31.01.2020) Die Nachtarbeitszuschlge fr die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie werden ab dem 1. April 2020 neu geregelt. Die Beschftigten in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und dem nordwestlichen Niedersachsen erhalten dann fr Arbeit zwischen 20 und 24 Uhr sowie zwischen 4 und 6 Uhr einen einheitlichen Zuschlag von 25 Prozent, fr die Zeit von 0 bis 4 Uhr von 35 Prozent. Darauf haben sich der Arbeitgeberverband Nordmetall und die IG Metall Kste geeinigt.

(Foto: SolStock/iStock)

Es ist der bundesweit erste Tarifvertrag, der die Zuschlge fr Nachtarbeit auf eine rechtssichere Grundlage stellt, seit das Bundesarbeitsgericht die Unterscheidung zwischen regelmiger und unregelmiger Nachtarbeit fr unrechtmig erklrt hat.
"Mit dem neuen Tarifvertrag erhalten unsere Mitgliedsfirmen und damit auch die Mitarbeiter Rechtssicherheit.", so Nordmetall-Verhandlungsfhrerin Lena Strbele. "Gemeinsam mit der IG Metall haben wir tarifpolitische Handlungsfhigkeit bewiesen und auch ein Stck Vertrauen geschaffen. Das ist eine gute Grundlage, um die doppelte Herausforderung durch konjunkturelle Krise und Strukturwandel an der Kste gemeinsam anzugehen."

"Mit diesem Ergebnis knnen wir mehr als zufrieden sein", sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Kste. "Die neuen Zuschlge bringen nicht nur mehr Geld ins Portemonnaie der vielen Beschftigten, die in der Nacht arbeiten mssen, sie bringen zuknftig auch Rechtssicherheit fr unsere Mitglieder. Die Einigung war nur auf Grund des Drucks aus den Betrieben mglich."

Die von den Unternehmen zu tragende Kostensteigerung durch die neuen Zuschlge ist auf 0,2 Prozent der Entgeltsumme begrenzt. Fallen darber hinaus gehende Kosten an, so knnen diese durch Anrechnung betrieblicher Leistungen und, wo diese nicht ausreichen, durch eine Verschiebung von Entgelterhhungen oder eine Krzung festgelegter Tarifbausteine erbracht werden. Diese Kostenkompensation ist in der Regel auf drei Jahre, bei besonders hoher Belastung auf bis zu fnf Jahre begrenzt.
Auerdem haben die Tarifparteien der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie ein weiteres Novum vereinbart: Ab dem 1. Januar 2021 knnen die Zuschlge auch in Zeit statt in Geld ausgezahlt werden. Dazu werden bis 30. September 2020 Eckpunkte fr spezielle Arbeitszeitkonten vereinbart, die von den Betrieben freiwillig eingerichtet werden knnen.

"Das ist gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein Zugewinn an Flexibilitt und schafft eine Win-Win-Situation fr Betriebe und Beschftigte: In einer Flaute knnen die einen ihre Kostenbelastung verringern und die anderen ihre Einkommen sichern und verstetigen, so Nordmetall-Verhandlungsfhrerin Strbele.
"Die Wahlmglichkeit zwischen Geld oder mehr Zeit wird immer wichtiger. Persnliche und betriebliche Grnde mssen bei der Gestaltung der Arbeitszeitkonten gleichberechtigt sein", ergnzte IG Metall-Bezirksleiter Friedrich.

Der Tarifpolitische Ausschuss von Nordmetall hat dem Verhandlungsergebnis am Montag bereits zugestimmt. ber die Annahme entscheiden die Mitglieder des Arbeitgeberverbands sptestens am 28. Februar.

Die IG Metall Kste legt das Ergebnis am 20. Februar ihrer Tarifkommission zur Abstimmung vor.



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Kstentalk #01 28.5.2020