Geiken: Die Arbeitgeber mssen ihre Verantwortung wahrnehmen.

Tarifvertrag zu Werkvertrgen mit Flensburger Schiffbau-Gesellschaft vereinbart

(28.05.2015) Die IG Metall Kste und die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft haben sich auf einen Tarifvertrag zu Werkvertrgen geeinigt, der soziale Mindeststandards fr die Beschftigten festschreibt und dem Betriebsrat mehr Mitsprache beim Einsatz und der Kontrolle von Werkvertrgen sichert. Gewerkschaft und Unternehmen reagieren damit auf die unhaltbaren Arbeits- und Lebensbedingungen von griechischen Werkvertragsbeschftigten in Flensburg, die im Mrz bekannt geworden waren.

Flensburger Schiffbau-Gesellschaft: IG Metall, Betriebsrat und Geschftsfhrung gehen gemeinsam gegen Missbrauch von Werkvertrgen vor.

Der Tarifvertrag mit der FSG und vergleichbare Regelungen mit der Meyer Werft in Papenburg sowie der Neptun Werft in Rostock haben fr die IG Metall Kste Vorbildcharakter: Wir brauchen mehr von solchen tariflichen und betrieblichen Regelungen zu einem fairen Umgang mit Werkvertrgen, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Kste. Die Arbeitgeber mssen ihre Verantwortung wahrnehmen und drfen nicht warten, bis solche krassen Flle von Missbrauch wie zuletzt in Flensburg an die ffentlichkeit kommen.

Auch von der Politik erwartet die IG Metall Kste mehr Untersttzung: Die Bundesregierung muss ihre im Koalitionsvertrag angekndigte Regelung zur Bekmpfung von Missbrauch bei Werkvertrgen zgig umsetzen, sagte Bezirksleiter Geiken. Eine gute Grundlage dafr sei die Gesetzesinitiative aus Niedersachsen, die auch von Schleswig-Holstein untersttzt wird. Dadurch wrden die Einflussmglichkeiten der Betriebsrte beim Einsatz von Werkvertragsbeschftigten verbessert. Auerdem knnen Bund und Land mit der Frderung von Mobilen Beratungsstellen fr Beschftigte mit Werkvertrgen helfen, so der Gewerkschafter. Auch die Regelungen zur Unterbringung von Werkvertragsbeschftigten sollten berprft werden.

Michael Schmidt, Erster Bevollmchtigter der IG Metall Flensburg, und Ralf Sasse, Betriebsratsvorsitzender der FSG, ergnzten: Mit dem Tarifvertrag setzen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam ein Zeichen. Wenn wir Hinweise auf Missstnde bekommen, haben wir jetzt erstmals Mglichkeiten, dagegen vorzugehen. Entscheidend wird aber sein, dass das Unternehmen seine Verantwortung wahrnimmt und die vereinbarten Standards knftig einhlt.

Nach dem Tarifvertrag werden die Werkvertragsunternehmen zur Einhaltung von sozialen Mindeststandards verpflichtet, u.a. gesetzliche Arbeitszeiten, Arbeits- und Gesundheitsschutz, eine angemessene Unterbringung sowie einen Mindestlohn von 8,50 Euro. Um die Einhaltung zu kontrollieren, wird eine dauerhafte Arbeitsgruppe aus Betriebsrat und Geschftsfhrung eingerichtet. Diese bert gegebenenfalls ber eine Auflsung des Vertrages mit Werkvertragsunternehmen. Bei Streitigkeiten kann ein Schlichter hinzugezogen werden.

Auerdem hat sich das Unternehmen verpflichtet, den Betriebsrat knftig detailliert ber die Werkvertrge zu informieren und mit dem Betriebsrat die Produktions- und Personalplanung bei Werkvertragsvergaben zu beraten. Auf Verlangen der Arbeitnehmervertreter sind Unterlagen wie z.B. zugrundeliegende Vertrge sowie zu Umfang und Art der Arbeiten vorzulegen. Der Tarifvertrag tritt zum 1. Juni 2015 in Kraft und hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2018.



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