Wir gestalten den Wandel fr mehr Chancengleichheit

metallerin 16: Frauen rocken die Arbeitswelt fr mehr Chancengleichheit

(26.09.2019) Was macht ein gutes Leben in der sich verndernden Arbeitswelt aus? Dieser Frage widmet sich die neue Ausgabe der metallerin.

Die Arbeitswelt verndert sich rapide durch die Energiewende, den demographischen Wandel, vernderte Lebenswelten und durch die Digitalisierung, um nur einige Stichworte zu nennen. Damit verbunden sind gravierende Folgen fr die Beschftigten: Weil diese Vernderungen auergewhnlich weitreichend sind, sprechen wir nicht mehr nur von Wandel, sondern von Transformation. Die Transformation umfasst: Digitalisierung und Industrie 4.0, aber auch die Entwicklung neuer Geschftsmodelle, Globalisierung, die Neugestaltung von Wertschpfungsketten und der Trend zur Elektromobilitt.
Neue Produkte entstehen und in vielen Unternehmen sind digitalisierte Produkte wie Tablets, Datenbrillen oder 3D-Druck bereits alltglich. In anderen Betrieben hingegen stehen ganze Produktfelder in Frage: wie der Verbrennungsmotor in der Automobilbranche, der durch die Debatte ber die Energie- und Mobilittswende zunehmend in die Kritik gert.

Mit dem Transformationsatlas haben wir als IG Metall, Ausma und Umriss der gegenwrtigen wie zuknftigen Vernderungen anschaulich gemacht und zugleich einen berblick ber den konkreten Handlungsbedarf in einzelnen Betrieben aufgezeigt. Die Arbeitgeber sind aufgefordert, Vorsorge zu treffen und die Betriebe auf die Transformation einzustellen. Um den Wandel in den Betrieben sicherzustellen, braucht es nicht nur Investitionen in neue Produkte und in neue Geschftsmodelle. Wichtig sind eine vorausschauende Personalplanung und betriebliche Qualifizierung.

Jedoch wird in der Debatte ber Transformation und Digitalisierung oft bersehen, dass gerade im industriellen Brobereich Routinettigkeiten automatisiert werden. Betroffen sind Aufgaben in der kaufmnnischen Sachbearbeitung (z.B. Buchhaltung, Reisekostenabrechnung) und damit Berufe, in denen berwiegend Frauen ttig sind. 55% der Angestellten in unserem Organisationsbereich sind Frauen, in der Mehrzahl kaufmnnische Angestellte.

Wenn wir ber Modernisierungsverlierer sprechen, dann haben wir oftmals nicht Frauen vor Augen. Sie kommen in der Debatte kaum vor wenn nur im Kontext von mobilem Arbeiten. Dies versperrt aber den Blick auf die eigentlichen Herausforderungen in der digitalen Transformation und deren Chancen. Wir mssen vielmehr unsere Gestaltungsmglichkeiten nutzen, um die Zukunft der Arbeit fr alle gerecht zu gestalten. Nehmen wir die Dinge nicht in die Hand, besteht die Gefahr, dass sich die bestehenden Ungerechtigkeiten (bspw. Einkommen) zwischen den Geschlechtern verfestigen.

Ein zentrales Problem besteht in der Schere bei der durchschnittlichen Arbeitsdauer von Mnnern und Frauen. Da Frauen in der Regel ber eine geringere Arbeitsdauer verfgen, hat dies enorme Auswirkungen auf die Entgeltgleichheit von Mnnern und Frauen, ihre mangelnde Reprsentanz in Fhrungspositionen und auf die unzureichende Altersabsicherung von Frauen. Selbstbestimmtes und mobiles Arbeiten schafft lngere Arbeitszeiten fr Frauen, allerdings lst dies ein grundstzliches Problem nicht. Denn zwei Hrden sind zu berwinden: Erstens darf der berufliche Aufstieg oder die Weiterentwicklung nicht abhngig von den Prsenzzeiten im Betrieb abhngig sein. Zweitens mssen die Familienarbeiten zwischen Mnnern und Frauen gerechter verteilt werden.

Diesen Artikel gibt es auch in der neuen Ausgabe der metallerin, die in verschiedenen Regionalausgaben erscheint.

metallerin 16: Ausgabe Bremen als PDF
metallerin 16: Ausgabe Emden als PDF
metallerin 16: Ausgabe Region Hamburg als PDF
metallerin 16: Ausgabe Kiel-Neumnster als PDF
metallerin 16: Ausgabe Oldenburg-Wilhelmshaven als PDF